Mehr als die Hälfte aller Frauen erleben nach dem 50sten Altersjahr mindestens eine osteoporotische Fraktur.

Die Osteoporose ist eine systemische Skeletterkrankung mit einer verminderten Knochenstärke und einem erhöhten Frakturrisiko. Sie betrifft vor allem Frauen nach der Menopause, es können jedoch auch Männer darunter leiden.

Osteoporose

 

Diagnose

Bis jetzt wurde die Diagnose einer Osteoporose vom Messresultat der Knochendichte-Messung (Densitometrie) abhängig gemacht. Als Referenzwert nimmt man die durchschnittlichen Messresultate von gesunden jungen Frauen und ermittelt die Abweichung davon bei der untersuchten Person. Bei einer bestimmten Abweichung ist die Diagnose der Osteoporose gegeben.

Abnützungen an der Lendenwirbelsäule verursachen falsch gute Resultate. Es kommt auch vor, dass Frauen mit tiefen Messwerten nie eine osteoporotische Fraktur erleiden.

Wen muss man also behandeln?
Wer profitiert von einer Therapie?

Entscheidend für den Beginn einer Osteoporose-Therapie sind nicht nur die Messresultate, sondern die zusätzlichen Risikofaktoren. Wichtig ist zum Beispiel das Vorkommen der Osteoporose in der Familie oder eine länger dauernde Kortisontherapie.

Mit Hilfe eines Computerprogrammes kann man den Einfluss der Risikofaktoren erfassen und ein 10-Jahres-Frakturrisiko für eine osteoporotische Fraktur errechnen. Beträgt das Frakturrisiko >25%, lohnt sich die Therapie mit einem Knochenabbau-hemmenden Medikament (häufig sog. Biphosphonate). In jedem Fall sollte eine genügende Vitamin D und Ca-Einnahme gewährleistet sein. Die totale Ca-Einnahme inkl. Nahrungsmittel und Getränke sollte ca. 1000 mg betragen.


Vitamin D

In den letzten Jahren wurde sehr viel über das Vitamin D geforscht. Es wird ein bestimmter Blutspiegel als optimaler Wert empfohlen. In unseren Breitengraden mit einer geringeren Sonneneinstrahlung und intensiven Sonnenschutzmassnahmen sind wir oft mit dem Vitamin D unterversorgt.

Das Vitamin D fördert die Calcium-Aufnahme aus dem Darm und die Rückresorption aus der Niere. Es sorgt dann für den Einbau des Calcium in den Knochen. Ein genügend hoher Vitamin D-Spiegel senkt zudem das Sturzrisiko bei älteren Personen und die Muskulatur kann besser trainiert werden. Somit lohnt sich die Bestimmung des Vitamin D-Spiegels.


Therapie

Nebst dem Calcium und Vitamin-D-Ersatz gibt es Medikamente, die den Knochenabbau hemmen. Die Biphosphonate „verkleben den knochenabbauenden Zellen den Mund“. In der Regel sterben dann diese Zellen ab. Diese Behandlung ist sehr wirksam und wird ca. 4-5 Jahre durchgeführt. Bei Frauen unter 60 Jahren gibt es noch das Medikament Raloxifen, das auf hormoneller Ebene wirkt und die Frakturrate von Wirbelkörpern reduziert. Zusätzlich wird das Brustkrebsrisiko reduziert. Das Medikament Denosumab (Prolia) blockiert Vorstufen von knochenabbauenden Zellen und ist dadurch auch eine gute Osteoporose-Therapie. Es handelt sich dabei jedoch um eine Langzeitbehandlung. Diese darf nicht ohne Nachbehandlung mit einem Biphosphonat abgesetzt werden. Sonst verstärkt sich das Risiko von Wirbelkörperfrakturen. Sollten trotz einer adäquaten Osteoporose-Therapie noch Frakturen auftreten, kommt Teriparatid zum aktiven Knochenaufbau infrage.

Neben der medikamentösen Behandlung ist auch regelmässiger Sport wichtig, Übungsprogramme, oft mit Unterstützung der Physiotherapie, zur Verbesserung der Kraft, der Koordination und des Gleichgewichtes, sind wichtige Pfeiler in der Osteoporose-Therapie.

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